VOC in der Raumluft

VOC in der Raumluft

Zu den Substanzen, die das Raumklima negativ beeinflussen können, zählen sogenannte flüchtige organische Verbindungen (Volatile Organic Compounds, abgekürzt VOC). Unter VOC versteht man kohlenstoffhaltige Verbindungen, die bei verhältnismäßig niedrigen Temperaturen verdampfen. VOC kommen praktisch in jeder Wohnung vor.

Alkohole, Aldehyde und mehr

Das Umweltbundesamt zählt Kohlenwasserstoffe, Alkohole, Aldehyde und organische Säuren zur Gruppe der VOC. Diese Chemikalien beeinflussen das Wohlbefinden des Menschen und beeinträchtigen bei hoher Konzentration die Gesundheit. VOC werden nicht nur von der Industrie hergestellt. Als Stoffwechselprodukte bestimmter Lebewesen kommen sie auch in der Natur vor.

Unter letzteren fallen die sogenannten MVOC, die von Schimmelpilzen herrühren unter anderem für den modrigen Geruch verantwortlich sind. Andere VOC kommen in Produkten vor, die beim Innenausbau einer Wohnung verwendet werden – darunter fallen beispielsweise Lacke und Farbbeschichtungen. Auch Möbel und Fußbodenbelegen können VOC enthalten.

VOC-Belastung durch Lüften senken

Je nachdem, wie sensibel man auf VOC reagiert, können sie Kopfschmerzen, Reizungen und sogar Übelkeit können verursachen. Ein international verbindliches Krankheitsbild gibt es aber nicht, das VOC von Land zu Land verschieden definiert werden. Das Umweltbundesamt hat hierzulande Richtwerte für die Konzentration bestimmter VOC in der Innenraumluft festgelegt. Dabei gibt es zwei Richtwerte.

Der Richtwert I gibt an, bei welcher Konzentration dauerhaft keine Gefährdung vorliegt. Beim Ethylacetat, das als Lösungsmittel in Klebstoffen verwendet wird, liegt dieser Wert zum Beispiel bei 0,6 mg/m³ Raumluft. Der Richtwert II gibt an, ab welcher Konzentration ein bestimmter Stoff die Gesundheit gefährden kann. Ethylacetat gilt ab 6 mg/m³ Raumluft als gesundheitlich gefährdend. Machen sich VOC durch Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Geruchsbelästigung bemerkbar, hilft nur eins: Man muss lüften.

Bildquelle: Fotolia
Urheber: violetkaipa

VOC in der Raumluft

Warum CO₂ schädlich ist

Ist von Schäden in Innenräumen aufgrund erhöhter Gebäudedichtigkeit die Rede, geht es in erster Linie um die erhöhte Luftfeuchtigkeit und die damit verbundene Risiko von Schimmelbildung. Für das Raumklima sind aber mehrere Faktoren zuständig. So definiert sich die Qualität der nicht allein über die relative Luftfeuchtigkeit, sondern auch über Stoffe, welche diese in erhöhter Konzentration außerdem beeinträchtigen können – zum Beispiel Kohlendioxid.

Ursache des Klimawandels

Kohlendioxid (CO₂) ist ein Gas, das ganz natürlich in unserer Atmosphäre vorkommt. Im Gegensatz zu Kohlenmonoxid ist es auch nicht hochgiftig. Gänzlich unbedenklich ist es dennoch nicht. Kohlendioxid gilt als Mitverursacher der globalen Erwärmung und somit als eine Ursache des Klimawandels. Zudem beeinträchtigt eine erhöhte Konzentration des Gases die Gesundheit. Gewöhnlich entsteht es durch Verbrennung. Außerdem geben Tier und Mensch CO₂ beim Ausatmen an die Außenwelt ab.

Pflanzen wiederum verwerten das Gas. Mithilfe von Energie, die sie bei der Photosynthese durch das Sonnenlicht gewinnen, wandeln sie CO₂ in seine ursprünglichen Bestandteile Kohlenstoff und Sauerstoff um. Letzteren geben sie wieder an die Umwelt ab, sodass ein regelrechter Kreislauf zwischen Pflanzen, Tieren und Menschen entsteht. Die Verbrennung fossiler Energieträger hat allerdings zu einer Erhöhung des Kohlendioxidanteils in der Atmosphäre gesorgt – mit all den negativen Auswirkungen auf unser Klima.

Kopfschmerzen und Konzentrationsmängel

Maßnahmen zur Senkung des Kohlendioxidausstoßes führen kurioserweise zu Problemen, die wiederum mit zu tun CO₂ haben. Energieeffizientes Sanieren von Bestandsbauten und das Errichten energieeffizienter Neubauten hat eine erhöhte Gebäudedichtigkeit zur Folge. Diese soll den Energieverbrauch und somit den hohen Ausstoß von CO₂ senken. In solchen Gebäuden wird nun das von den Bewohnern ausgeatmete Kohlendioxid zum Problem. Denn eine dichte Gebäudehülle unterbindet die natürliche Luftzirkulation. Der Anteil Kohlendioxids in der Innenraumluft steigt.

Laut Umweltbundesamt gilt eine CO₂-Konzentration von 400 ppm in der Raumluft als natürlich. Das Kürzel ppm steht für Parts per Million. Eine Konzentration des Gases von 800 bis 1.000 ppm gilt als mittlere Luftqualität. Erreicht die CO₂-Konzentration einen Wert von 1.000 ppm, empfiehlt sich die Lüftung. Bis zu 2.000 ppm CO₂ in der Raumluft gelten als auffällig, alles darüber als inakzeptabel. Die Folgen einer erhöhten Kohlendioxidkonzentration sind Müdigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsmängel. Wer dies verhindern möchte, muss für ausreichend Frischluft sorgen.

Bildquelle: Fotolia
Urheber: violetkaipa

Ein Urteil und seine Folgen

Ein Urteil und seine Folgen

Im Oktober vergangenen Jahres trat ein Urteil des Europäische Gerichtshofes (EuGH) in Kraft, dass die im Vergleich mit den europäischen Nachbarn höheren Standards bei der Konzentration von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) in Baustoffen gekippt hat. Welche Hintergründe zu dem Urteil geführt haben und welche Folgen es hat, erfahren sie hier.

Bildquelle: Fotolia
Urheber: Jörg Hackemann