Texas und Trump in Zeiten des Klimawandels

Texas und Trump in Zeiten des Klimawandels

Ist der menschengemachte Klimawandel eine Tatsache oder ein Mythos? Für seriöse Wissenschaftler ist er Fakt. Trotzdem wird der Klimawandel von vielen Menschen weiterhin geleugnet – unter anderem vom amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Dabei wurden die USA in diesen Tagen wiederholt mit den Folgen des Klimawandels konfrontiert.

Leugner des Klimawandels

Am letzten Augustwochenende brach Hurrikan Harvey über den Süden des US-Bundesstaates Texas herein und sorgte für die verheerendsten Regenfälle, die die Stadt Houston jemals erlebt hatte. Am 29. August reiste Donald Trump in die Region, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Ausgerechnet Trump muss sich mit einer Katastrophe beschäftigen, deren Ursache er nicht wahrhaben will.

So bemerkt der Meteorologe Eric Holthaus im Magazin Politico:„Harvey is what climate change looks like in a world that has decided, over and over, that it doesn’t want to take climate change seriously.” Auf Deutsch: „Wie Harvey sieht der Klimawandel in einer Welt aus, die immer und immer wieder beschlossen hat, den Klimawandel nicht ernst zu nehmen.”

Zwei klimatische Ursachen

Wer sich nur grob mit den Faktoren, die das Klima weltweit beeinflussen, auseinandersetzt, kann über das Ausmaß der von Harvey verursacht Flutkatastrophe in der Sechs-Millionen-Metropole Houston nicht überrascht gewesen sein. Da ist als erstes Erwärmung der Luft, aber auch die der Ozeane. „Je wärmer die Atmosphäre und das Wasser im Ozean, desto mehr Feuchtigkeit gelangt in die Luft. Das Wasser im Golf von Mexiko war in diesem Jahr 1,5 bis 4 Grad wärmer als gewöhnlich und lag damit im Trend des wärmeren Klimas”, schreibt die taz am 30. August über die Ursachen der sintflutartigen Regenfälle in Houston.

Als zweite Ursache nennt die taz die Veränderung des Jetstreams: „Diese Luftströmung rund um den Nordpol schwächt sich mit dem Abtauen der Arktis ab – Wetterlagen bleiben länger über einer Region hängen als früher.” Dass dieses ebenfalls vom Klimawandel verursachte Phänomen nicht nur im Golf von Mexiko für schlimme Unwetter und damit eingehende Katastrophen führen kann, zeigte sich in diesem Sommer auch hierzulande. 

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Troglage über Norddeutschland

Troglage über Norddeutschland

Die Überschwemmungen, die es Ende Juli in Norddeutschland gegeben hat, zeugen davon: Der Sommer war (bisher) sehr nass. Vor allem Starkregenfälle sind ein Indiz für den Klimawandel. Allerdings ist das Thema sehr komplex. Der Klimawandel allein reicht für Regenfälle dieser Art nicht aus. Eine Ursache für den mancherorts sprichwörtlich ins Wasser gefallenen Sommer liegt im Trog Mitteleuropa.

Regen im Sommer nicht ungewöhnlich

Wenn Meteorologen von Einer Troglage sprechen, meinen sie eine bestimmte Großwetterlage. Grundvoraussetzung ist ein großes Gebiet, in dem ein relativ geringer atmosphärischer Luftdruck vorherrscht. Es wird zwischen Boden- und Höhentrog unterschieden. Zu Letzterem zählt der Trog Mitteleuropa. Der Jetstream wird dabei ausgebeult und verursacht Tiefdruckgebiete. Solche vom Trog Mitteleuropa entstandenen Tiefs waren für die Unwetter der letzten Tage verantwortlich.

Über den sehr nassen Sommer hatte unter anderem die Süddeutsche Zeitung am 26. Juli berichtet. Demnach seien Troglagen im Sommer nichts Ungewöhnliches. Sie kämmen alle zwei, drei Jahre vor und verursachten hierzulande regenreiche Sommer. Auffällig sind allerdings die heftigen Starkregenfälle. Dass sich an einem Tag in kürzester Zeit so viele Regenmassen auf einen Schlag ergießen, beschäftigt die Wissenschaftler des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Zunahme von Starkregen

Ein Zusammenhang mit dem Klimawandel liegt nahe, muss aber noch über einen längeren Zeitraum hinweg erforscht werden. „Exakt nachweisen kann man das noch nicht, weil der DWD erst seit 15 Jahren Starkregenfälle erfassen und aufzeichnen kann. Diese Daten zeigen zwar eine Zunahme, aber um von einem eindeutigen Klimatrend zu sprechen, wären Messwerte aus 30 Jahren nötig“, erläutert die Süddeutsche Zeitung.

Die Forscher denken, dass die Zahl der starkregenfälle weiterhin zunehmen wird. Das hängt zum einen damit zusammen, dass aufgrund der Erderwärmung die Luftfeuchtigkeit steigt; warme Luft kann mehr Wasser speichern als kalte. Zum anderen bedingt der Klimawandel eine deutliche Erwärmung der Arktis. Dies führt nicht nur zum befürchteten abschmelzen des Polareises, sondern hat direkte Auswirkungen auf den Jetstream. Die Folge: Tiefdruckgebiete setzen sich fest und verursachen wie im südlichen Niedersachsen Starkregenfällen und Überschwemmungen. 

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